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Campingecke Alles übers Womo, Wowa und Zubehör

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Alt 24.01.2019, 21:23
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Günstige Rangierhilfe zum Selbsteinbau im Wohnwagen

Hallo, Ihr Caravaner unter Euch Schlauchifahrern

Hier möchte ich Euch etwas den Schrecken eines "Selbsteinbaues" einer Rangierhilfe nehmen, denn, was ich mit 60++ hin bekomme, dürfte allen anderen auch gelingen.

Ich hatte mir einen Hobby 1,75-Tonner Wohnwagen gekauft mit der vorher schon geplanten Absicht, diesen mit einer Rangierhilfe zu versehen.

Dafür hatte ich mir Preise eingeholt von meiner Händlerwerkstatt, die mich dann doch etwas irritierten, vorsichtig ausgedrückt....

Ich habe nach ausgiebigen Vergleichen diverser angebotener Rangierhilfen den Enduro EM203 über einen bekannten Internet-Versandhandel bestellt, da mir das Preis-Leistungsverhältnis am stimmigsten erschien und auch die diversen Rezensionen im wesentlichen zusagten.

Das Gerät ist im übrigen Baugleich mit dem vom Großen O aus Holland angebotenen Typ "Prestige II", der zwar dort am Tag meiner Bestellung etwa 5,-- günstiger war, aber nicht lieferbar.

Da ich mich bereits während meiner Produktrecherche ausgiebig auch mit dem Einbau befasst hatte, konnte ich gut vorbereitet an die Arbeit gehen. Für den Einbau lassen sich diverse Videos im Net finden, auch wirklich sehr gute.

Ich muss dabei erwähnen, dass ich die Montage ohne weitere Hilfe ausgeführt habe in meinem nicht mehr ganz jungen Alter, zum Zeitpunkt des Einbaus war ich schon 64

Als einzige Unterstützung und als Zugeständnis an mein Alter habe ich mir eine Werkstattliege gegönnt mangels Grube, bzw. Hebebühne. Solch ein Teil erleichtert die Arbeit unter dem Wohnwagen doch sehr und kostet wenig. Um mit dem Rollwägelchen gut unter das Heck zu gelangen, wurde der WW vorne ganz runter gelassen und Hinten so Hoch es geht aufgebockt, das hat schon gereicht für genügend Bewegungsfreiheit im Einbaubereich.

Weitere benötigte Werkzeuge sind ein Ratschenschlüssel mit 16er Nuss, dazu zum Gegenhalten ein 17er Ring- oder Maulschlüssel, das Ganze nochmal in SW 14, 1 Kreuzschlitzdreher, 1 Crimpzange mit Abisolierfunktion, 1 Cuttermesser, zum vorläufigen ausrichten der Antriebseinheiten eignet sich gut die Eingangsstufe des WW.

Hilfreich ist ein Accuschrauber mit Kreuzschlitz-Bits

Für die Außen-Schalterdose benötigt man eine Bohrmaschine mit Lochsägevorsatz und etwas Dichtmittel, Sanitärsilikon tuts hier auch, der Gehäuseeinsatz hat bereits eine O-Ring-Dichtung, die eigentlich schon reicht. Ich habe allerdings Karosseriebau-Butylmasse aus der Kartusche genommen, da ich es von anderen Abdichtarbeiten noch hatte.

Zum Wohnwagen. IEs handelt sich um einen 2017er Hobby 495 UL, aufgelastet auf 1750 Kg mit einer Gesamt-Aufbaulänge von etwa 5,93 m., der Wagen hat durch die Auflastung eine Zuladung von etwa 420 Kg, was den Einbau der Rangierhilfe ohne Probleme ermöglicht, immerhin kommen mit der von mir verwendeten 40 AH-AGM-Batterie von "Beaut" und dem Bausatz des "Enduro" etwa 50 Kg zusammen, die von der Zuladung abgezogen werden müssen.

Der Hobby hat vor der Achse gerade laufende Längsträger, hinter der Achse sind diese abgeschrägt nach oben, was mich aufgrund der damit verbundenen höheren Bodenfreiheit veranlasst hat, den Bausatz hinter der Achse zu verbauen.

Hobby hat es leider bei den seitlichen Kunststoffverkleidungen sehr gut gemeint, hier musste mit einer kleinen Säge etwas Plastik dran glauben, sonst hätte der Enduro zu wenig Bewegungsfreiheit gehabt, mehr Veränderung am WW war aber auch nicht nötig.

Es mussten wegen der Montage hinter der Achse bei der der elektr. Verkabelung nach Herstellerangaben die Anschlüsse entsprechend berücksichtigt werden, da ja quasi die Antriebseinheiten "verkehrt herum" montiert wurden, weil sonst die Mimik der Fernbedienung nicht stimmt, das war aber kein Problem. In der beigefügten Anbauanleitung steht genau drin, was wo angeschlossen werden muss bei dieser Einbauvariante. Im Grunde handelt es sich nur um eine umpolung der Anschlüsse und einem Tausch der Motorkabel an der Steuereinheit.

Ich konnte bei der Kabelverlegung 3 Arbeitsschritte sparen, da Hobby Bodenbelüftungen ab Werk in seinen Wagen einbaut, ich brauchte also keine Bodendurchführung bohren, keine Abdichtung vornehmen und auch keinen Unterbodenschutz abschließend aufbringen. Die Kabel wurden einfach durch ein vorher etwas aufgeweitetes Kunststoffmäusegitter in einem der mehrfach vorhandenen Bodendurchführungen gezogen, Super einfach (Danke, Hobby!)
Ein Tip zu der Kabelverlegung: Es ist entgegen den Einbauvideos nicht zwingend nötig, die Motorkabel erst zur Mitte zu führen um dann zum Bodendurchlass zu verlegen, ich gehe davon aus, dass das nur angegeben wird, um eine ungleiche Kabelkürzung am Ende der Montage zu vermeiden, denn dann würden unterschiedlich Spannungen an den beiden Motoren ankommen. Ich habe das linke Motorkabel hinter einem Querträger nach rechts im Rohr verlegt, und dann zusammen mit dem rechten Motorkabel (ungekürzt!) durch erwähnte Öffnung in den Innenraum. Was natürlich zur Folge hat, dass das rechte Motorkabel länger bleibt, was aber nicht stört. Es ist aber so eine gleiche Spannung gewährleistet an den Antrieben. Nicht im Lieferumfang ist ein vorkonfektioniertes +Kabel vom Hauptschalter zur Steuereinheit, hierfür musste ich ein Stück des Sicherungskabels abknapsen. Da dieses aber lang genug war, war das kein Problem.

Das Steuergerät und die kleine Batterie habe ich im Querstaukasten im Heck des Wohnwagens verbaut, das konnte ich mir leisten, da der Wagen eine relativ hohe Stützlast hatte durch die beiden mit Gepäck beladenen Staufächer der Einzelbetten vorne und der Mitnahme von 2 x 11 KG Gasflaschen im Deichselkasten. Zudem wird hinten der Stauraum ohnehin nicht genutzt, da schwierig zugängig und auch sehr schmal.

Den Netzstrom für das Ladegerät (Ich habe ein Batterieerhaltungsgerät, das noch aus meiner aktiven Bikerzeit vorhanden war) habe ich mittels einfachem Verlängerungskabel an der Werksseitigen Steckdose im Kleiderschrank (wo auch der Fernseher angeschlossen wird) verbunden. Das Kabel lässt sich einfach unten neben der Heizung raus und durch die Staukästen am Einbautank und der Therme vorbei nach hinten verlegen.

Soviel zu den wesentlichen Vorgehensweisen.

Zu den einzelnen Montageabschnitten gibt es nichts spektakuläres zu berichten, so wie es in den diversen Einbauvideos gezeigt wird, habe ich das Ganze ebenfalls installiert.

Ein Tip zur Feinjustierung der Motoreinheiten: Es ist aufgrund des Gewichtes und der relativen Unhandlichkeit der Motoren schwierig, vor dem Festziehen der Schrauben 100%ig den Abstand zum Reifen einzuhalten, der ja mit den im Bausatz beigefügten Abstandsklötzchen festgestellt werden soll. Ich habe einige Zeit rumgedoktert und irgendwann die Schrauben angezogen: Schon war der Reifenabstand wieder verändert. Macht aber nichts: Vor der Montage der dünnen Verbindungsstange (die für das synchrone anlegen der Antriebsrollen zuständig ist) habe ich einfach mittels der Kurbel beide Einheiten EINZELN auf den absolut gleiche Abstand zum Reifen gebracht. Danach habe ich erst die Verbindungsstange installiert. Wenn ich jetzt den Einsatz vorbereite, werden beide Rollen 100%ig gleichmäßig an die Reifen gelegt.

Die beigefügte Bedienkurbel benötigt man nicht, sie ist identisch mit der Stützenkurbel, die man ja ohnehin dabei hat.

Es sind noch ein paar Dinge im Lieferumfang, wie eine FB-Halterung oder ein Schlüsselband, beides wanderte bei mir in die Restekiste. Die beigefügte CD habe ich auch nicht benötigt, das Ganze ist durch eine gute Printbeilage top erklärt.

Da mir bei der Montage der Zeitfaktor egal war, habe ich nicht auf die Uhr geguckt, ich habe es schlicht langsam angehen lassen, ungefähr 2,5 Stunden für die Mechanik und das Kabel verlegen unter dem WW und nochmal gut 1 Stunde im Fahrzeug für das restliche verkabeln waren es aber bestimmt. Mit Hebebühne und 2 Leuten lässt sich das Ganze bestimmt erheblich schneller ausführen.

Nachdem alles eingebaut war, erfolgte der erste Probelauf, der erwartungsgemäß problemlos verlief und alle Erwartungen erfüllen konnte.
Wie sich das Teil künftig bewähren wird, kann nur die Zukunft ergeben.

Bislang bin ich zufrieden und habe den Kauf nicht bereut, wenn auch 750,-- Euro (mit Batterie) trotz allem viel Geld sind, aber im Vergleich doch wenig, wenn ich sehe, was manch andere Systeme kosten und was meine Werkstatt haben wollte....

Und eine "Vollautomatic" ist für den dann verlangten Aufpreis ziemlich Sinn frei, noch kann ich eine Kurbel bedienen, aber dafür hat Opa schon längst einen Accuschrauber mit Vorsatz für die Kurbelstützen: Passt!

Allen viel Spaß beim Einbau, ist kein Hexenwerk....

(Anm.: Diesen Einbaubericht hatte ich als Rezension bereits beim oben erwähnten Onlinehändler veröffentlicht, vielleicht kam er daher dem einen oder anderen schon bekannt vor...)

Falls Fragen, einfach melden....
__________________
Pozdrav Heinz, često u Dalmaciji

Geändert von jugofahrer (24.01.2019 um 21:31 Uhr)
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  #2  
Alt 25.01.2019, 06:33
Benutzerbild von Hansi
Hansi Hansi ist offline
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Wau

Dass ist ja eine Top Erklärung zum einbauen
Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast
__________________
Gruß vom Opa Hansi


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  #3  
Alt 25.01.2019, 08:56
Benutzerbild von chris.sta
chris.sta chris.sta ist offline
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haben uns letztes Jahr auch einen ganz neuen WoWa gekauft, der Vorgänger WoWa war verbastelt und immer wieder war etwas dran... jetzt auch nicht mehr überladen mit 2500kg und der Truma XT4 ist einfach der Hammer bei nem Tandem
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  #4  
Alt 07.07.2019, 10:56
holzherbert holzherbert ist offline
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Wir haben sein 5 Jahren einen Antrieb von Enduro.
Hat damals 599 Euro plus Batterie gekostet.
Der Einbau war recht unkompliziert.
Die Batterie und die Steuerung habe ich in eine EuroBox gebaut,die elektrische Verbindung erfolgt über einen 5 poligen Kraftstromstecker.
Damit kann ich die Batterie zwecks Gewicht im Auto transportieren.
Möchte das Ding nicht mehr missen.
Vorher brauchte man 5 Leute um den WW aus der Parkstellung zu rangieren,
Jetzt mach ich das mit links und die Griffe werden auch nicht mehr abgerissen.
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  #5  
Alt 15.07.2019, 01:35
V8gaser V8gaser ist offline
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Wir haben jetzt auch schon im zweiten WoWa einen Mover drin, immer Vollautomat von Reich. Selbsteinbau ist wie beschrieben kein Drama weil alles idR geklemmt wird. Nur ein Querrohr ist zu kürzen.
Als Akku nutze ich eine 45AH Optima, die während dem Urlaub im Boot zum starten dient- man muss ja Gewicht sparen. Mit dem Akku fahr ich aus der Winterhalle ca 20m ans Auto, Vom Auto bergauf ca 20m in den Garten, nach dem Einräumen wieder ans Auto. Dann am Campingplatz von der Straße auf den Stellplatz und hab noch nie laden müssen. Das erledigt der Aussenborder :-) Da brauchts also keinen 95AH Klotz.

Und ohne Mover gehts nicht mehr- so präzise kann man den WoWa von Hand nicht rangieren, speziell wenn man mit einem Rad auf eine Rampe muss.Da kann auch nix zurückrollen - solange der Mover drin ist, steht der WoWa.
__________________
Oliver
Gibt es ein Leben ohne Boot? Ja, aber es ist sinnlos!
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